Hier tut sich was: Fairer Handel

Endlich einmal eine erfreulichere Nachricht, was die Themen Gesundheit, Nachhaltigkeit und Wirtschaft angeht. So wurde Mitte August 2010 bekannt, dass die Deutschen immer fairer einkaufen (Quelle: Online Ausgabe „Die Welt“, 14. August 2010):

Laut der Zeitungsmeldung würden die deutschen Bundesbürger immer mehr Produkte konsumieren, die fair gehandelt worden seien. Dafür gaben sie hier  angeblich 322 Millionen € im Jahr 2009 aus, wie die Zeitung vom Netzwerk Forum Fairer Handel erfuhr. Erstaunlich, denn dies sind somit 21 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr! Betrachtet man die Statistik der letzten fünf Jahre, so hätten sich diese Umsätze sogar verdreifacht!

Diese Zahlen verdeutlichen, dass viele Bundesbürger zunehmend bewusster einkaufen und sich mehr Gedanken darüber machen, woher ihre Produkte kommen und unter welchen Bedingungen sie hergestellt wurden. Denn beim fairen Handel liegt das Augenmerk im Besonderen auch auf den menschlichen Arbeitsbedingungen und der gerechten Bezahlung der Arbeitskräfte, die in den Entwicklungsländern sowie den Schwellenländern arbeiten. Durch diese Entwicklung werden etwa 1,2 Millionen Bauern sowie andere Hersteller unterstützt.

Doch welche Organisationen machen sich hier in Deutschland eigentlich stark für einen fairen Handel? Bekannt sind sicherlich der Weltladen – Dachverband, Misereor, Brot für die Welt und die Organisation Transfair, die hinter dem Fairtrade – Siegel steht. Trotz der guten Zahlen ist jedoch anzumerken, dass Fairtrade – Produkte immer noch einen recht kleinen Anteil an den Waren haben, die an den Einzelhandel verkauft werden, zum Beispiel an Supermärkte. Häufig muss man in spezielle Weltläden etc. gehen, um eine große Auswahl an fair gehandeltem Kaffee etc. zu bekommen. Ein Beispiel: Der Marktanteil im Einzelhandel von fair gehandeltem Kaffee liegt bei nur etwa 1,6 Prozent. Andere europäische Länder seien hierbei schon fortschrittlicher.

Trotzdem: gerade in Deutschland ist die Nachfrage gestiegen, was fair gehandelte Lebensmittel betrifft. Dies führt auch dazu, dass sogar Discounter solche Waren anbieten. Dies zeigt einmal mehr, dass wir Kunden doch einen gewissen Einfluss darauf haben, was angeboten wird. Wahrscheinlich würde es noch mehr solcher Waren (auch in Discountern geben), wenn die allgemeine Nachfrage weiterhin steigen würde.