EU – Werbeartikel und Steuer

Möchte man als Unternehmer langfristig am Markt erfolgreich sein – und das is zweifellos das Ziel eines jeden Unternehmers – so muss man sich auch ins Gespräch, in Erinnerung oder anders ausgedrückt in die Köpfe der Menschen bringen. Dies erreicht man in der Regel am besten über Werbung.
Neben Werbekampagnen im eigentlichen Sinne sind es nun aber vor allem die Werbegeschenke, die zweifellos die Eigenschaft haben, enorm werbewirksam zu wirken. Der Grund hierfür ist einfach: Menschen arbeiten lieber mit Unternehmen zusammen, bei denen sie einen klaren Vorteil für sich erkennen. Dies ist keineswegs verwerflich sondern vielmehr menschlich und somit vollkommen in Ordnung.Problematisch muss in diesem Zusammenhang nun jedoch die Beschränkung der Absetzbarkeit von Werbeartikeln gesehen werden. Die aktuelle Rechtslage schreibt nämlich vor, dass Werbeartikel nur sehr eingeschränkt von der Steuer abgesetzt werden dürfen. Im Detail sieht der Gesetzgeber derzeit vor, dass die Aufwendungen für Werbegeschenke nicht mehr als 35,- Euro pro Peron und Jahr betragen dürfen. Sind die Aufwendungen höher, verfällt der gesamte Betrag und es können keinerlei Kosten für Werbegeschenke an diese Person geltend gemacht werden.

Die geltende Regelung ist unter verschiedenen Aspekten sehr kritisch zu sehen:

1. Es ist nicht nachzuvollziehen, warum Werbegeschenke auch dann nur 35 Euro kosten dürfen, wenn der Werbezweck objektiv und eindeutig nicht von der Hand zu weisen ist. Vielmehr müsste es in diesem Zusammenhang so sein, dass Werbegeschenke, ebenso wie alle anderen Aufwendungen, die eindeutig dem Ausbau des eigenen Geschäfts dienen, vollkommen und unbeschränkt abzugsfähig sind.
2. Verfassungsrechtlich ist es sehr bedenklich, dass ein Werbeartikel für 34,95 Euro zu 100% abzugsfähig ist und ein Werbeartikel für 35,10 Euro überhaupt nicht geltend gemacht werden kann. Hier findet eine enorme Ungleichbehandlung statt, die auch durch evtl. Missbrauchsmöglichkeiten nicht zu rechtfertigen ist. Vielmehr muss hier eindeutig unterstellt werden, dass hochwertige Werbegeschenke sogar einen größeren Werbeeffekt haben können als geringfügige.
3. Warum Werbeartikel gleichsam den sonstigen Geschenken behandelt werden, ist objektiv nicht nachvollziehbar, da bei Werbeartikeln der eindeutige Zweck problemlos über die Eigenschaften des Artikels nachvollziehbar ist und eindeutig betrieblichen Zwecken zugeordnet werden kann.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es sicherlich in den nächsten Jahren noch Diskussionsbedarf über die gängige Praxis geben wird. Bis dahin gilt jedoch: Werbeartikel sind, analog zu sonstigen Geschenken, nur bis zu der Freigrenze von 35 Euro abzugsfähig.

Weitere Informationen zum Thema Werbeartikel und steuerliche Absetzbarkeit: http://www.gww.de/customfile/recht/Executive_Summary_4_V_1_Nummer_1_EStG.pdf