Das deutsche Gesundheitssystem

Bei der amerikanischen Gesundheitsreform handelte es sich um eines der Hauptziele Obamas, welches er schnell durchzusetzen vermochte. Nach der Reform sollen etwa 95% der US-Bürger versichert sein. Eine Grundversicherung wird für die Amerikaner zur Pflicht, was im Umkehrschluss bedeutet, dass die Krankenversicherungen nicht mehr so einfach etwaige Versicherungsanwärter abweisen können. Die Kosten werden sich etwa auf 940 Milliarden US-Dollar auf etwa 10 Jahre belaufen. Das „neue Amerika“, wie es so schön bei der Präsidentschaftswahl Obamas hieß, scheint wirklich einen neuen Kurs eingeschlagen zu haben.

 So weit die News aus Amerika. Wie sieht es aber mit dem deutschen Gesundheitssystem aus? Unser Gesundheitssystem umfasst folgende Institutionen: Staat, Ärzte, Apotheken, Kranken-, Unfall-, Pflege- und Rentenversicherungen, Kassenärztliche Vereinigungen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer und natürlich die Patienten. Das deutsche Gesundheitssystem hat den Ruf, eines der besten und leistungsstärksten der Welt zu sein. Was gibt es hier nun aber an aktuellen Veränderungen zu verzeichnen?

Mit der Einführung der Gesundheitsfonds soll das Solidarprinzip unserer Gesundheitssystems aufrechterhalten werden. So bedeutet die Einführung des Zusatzbeitrags eine wesentliche Veränderung des Systems. Daher können die gesetzlichen Krankenkassen seit dem 01.01.2009 einen Zusatzbeitrag erheben.

Die Beiträge zur Krankenversicherung werden zunächst in den Gesundheitsfonds gesammelt, wo sie dann an die Kassen verteilt werden. Zusätzliche Dienstleistungen der Krankenkassen können davon aber nicht bezahlt werden, weswegen zusätzliche Beiträge von Nöten sind. Im Gegensatz zur Rentenversicherung, wo der Beitrag direkt vom Gehalt abgezogen wird, bezahlt der Versicherte den Zusatzbeitrag aber direkt an seine Kasse.

 Die Einführung der Zusatzbeiträge sorgt verständlicherweise bei vielen Versicherten für Ärgernis. Das liegt zum einen daran, dass niemand von der Zahlung befreit wird. Jeder muss zahlen, egal ob Hartz IV-Empfänger oder Student. Dies sahen viele als Anlass dafür, die Krankenkasse zu wechseln, in dem man vom Sonderkündigungsrecht Gebrauch macht. Ein Rechenexempel bietet sich beispielsweise bei der DAK an: Seit dem 01.02.2010 erhebt sie einen Zusatzbeitrag von acht Euro pro Monat. Welche Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben, welche jene planen und auf welche Summen sie sich belaufen, kann man im Internet nachschauen.